Ästhetische Chirurgie

Implantatwechsel

Auch wenn moderne Brustimplantate heutzutage eine lebenslange Haltbarkeit versprechen, ist es in der Regel nach 15-20 Jahren notwendig, die im Rahmen einer Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) oder einer kombinierten Bruststraffung und –vergrößerung (Augmentationsmastopexie) eingesetzten Silikonimplantate zu entfernen bzw. auszutauschen. Dabei ist es häufig nicht das Implantat an sich, das einen Implantatwechsel erforderlich macht, sondern auch die Veränderung der Brust mit dem Alter oder durch Schwangerschaften und Stillen, die eine Formveränderung wünschen lässt.

Ein Implantatwechsel sollte dabei genauso ernst genommen werden wie die Erstoperation und eine ebenso umfangreiche und gewissenhafte Planung aufweisen.

Wann muss ein Implantatwechsel vorgenommen werden?

Führende Hersteller von Brustimplantaten raten, Implantate etwa 15-20 Jahre nach dem Einsetzen in die Brust zu ersetzen. Treten keine Komplikationen oder Beschwerden über diesen Zeitraum auf und wurden die Implantate regelmäßig kontrolliert, können sie jedoch auch länger im Körper verbleiben. Unter regelmäßiger medizinischer Überprüfung können die Brustimplantate so über einen sehr langen Zeitraum eingesetzt bleiben.

Häufig treten jedoch mit der Zeit Gründe (Gewichtsveränderung, Schwangerschaft, Stillzeit, erschlafftes Bindegewebe durch Alterungsprozesse) auf, die einen Implantatwechsel erforderlich machen können. Hat sich die Form der Brust beispielsweise mit der Zeit verändert und ist erschlafft oder hängt herab, kann ein Austausch der Implantate ihr wieder eine vollere, straffere Form verleihen. Dieser Implantatwechsel kann zudem mit einer Bruststraffung kombiniert werden, um die Brüste zusätzlich zu straffen und anzuheben. Auch der Wunsch nach der ursprünglichen, natürlichen Brustform kann ein Entfernen der eingesetzten Implantate veranlassen (Implantatentfernung).

Weitere Gründe für einen Implantatwechsel stellen Komplikationen dar, die nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten auftreten können. Besonders eine Kapselfibrose, bei der sich eine harte, bindegewebsartige Kapsel um das Brustimplantat bildet und damit eine Verformung der Brust verursacht, kann ein Austauschen der Brustimplantate erforderlich machen. Auch wenn das Silikonimplantat einen Riss oder andere Beschädigungen aufweist, sollte es ausgetauscht werden. Ebenso können Entzündungen, wenn auch selten, oder aufgetretene ästhetische Komplikationen nach der Erstoperation, wie Double bubble (doppelte Faltenbildung), Bottoming out (Absinken des Implantates unterhalb der natürlichen Unterbrustfalte) oder ein Rippling (Faltenbildung in den unteren Brustanteilen) Grund für einen Implantatwechsel sein.

Infobox – Implantatwechsel

Operationsdauer1-2 Stunde
NarkoseVollnarkose
Klinikaufenthalt1 Tag
ImplantateNagor, Polytech oder Motiva
Stütz-BH6 Wochen
Arbeitsfähignach einer Woche
NarbenIn der Unterbrustfalte oder am Rand vom Warzenvorhof
Fädenentfernungselstauflösend
Kostenab 4.000 Euro

Wie läuft ein Implantatwechsel ab?

Ein Implantatwechel erfolgt wie eine Brustvergrößerung stationär unter Vollnarkose. Der Eingriff kann dabei etwas zeitaufwändiger als die Erstoperation sein. Zunächst wird über den chirurgischen Zugang, der meist in der Unterbrustfalte liegt, die Implantattasche geöffnet. Das Brustimplantat wird vorsichttig herauspräpariert, um ggf. weitere Beschädigungen der Implantathülle zu vermeiden. Das Einsetzen der neuen Implantate kann nun auf unterschiedliche Weise erfolgen. Je nach Wunsch bzw. Möglichkeit werden die neuen Implantate in die alte Implantattasche gesetzt oder es wird ein neues Implantatlager über oder unter dem Brustmuskel geschaffen.

Nun ist es zusätzlich möglich, eine Bruststraffung oder andere Korrekturmaßnahmen, abhängig vom vorliegenden Befund, vorzunehmen.

Die Nachsorge nach einem Implantatwechsel gleicht der der Brustvergrößerung. Das Tragen eines Stütz-BHs und eine strikte körperliche Schonung in den ersten Wochen nach der OP sind für einen optimalen Heilungsverlauf von zentraler Bedeutung.